Bank für Alle der Stadt übergeben

Öffentliche Übergabe der Bank an Bürgermeisterin Beate Kimmel mit Misstönen | Dokumentation des Inibeitrags zur Bankgeschichte u. Stadtmöblierung

Mit großem Bahnhof wurde am Montag, dem 4.November unsere Bank für Alle an die Stadt übergeben. Voraus gingen diesem Schritt Verhandlungen mit der Stadtverwaltung, die uns letztendlich zusagte die Bank, trotz Abbau wegen der Platzbespielung durch den Weihnachtsmarkt erhalten zu wollen. Nach Ende des Marktes soll die Bank rückinstalliert werden, bis ein adäquater langlebiger Ersatz gefunden ist. Dies wurde schlussendlich von beiden Seiten als Erfolg gesehen. Dementsprechend feierlich verlief auch dieser Übergabetermin, dem mehrere Verantwortliche der Stadtverwaltung und einige andere Menschen, denen die menschenfreundliche Gestaltung der Stadt am Herzen liegt teilgenommen haben.

Für Irritationen sorgte im Nachgang aber, die an Mitglieder der Ini gerichtete Ankündigung von Bürgermeisterin Kimmel, dass es starke Bemühungen von Seiten der Stadtverwaltung gibt schon Anfang nächsten Jahres unsere Bank für Alle durch eine andere Lösung zu ersetzen.

Ein solches Vorgehen stößt bei uns auf befremden, da ein stadtgestalterischer Schnellschuss zu erwarten ist, der sich negativ auf die weitere Stadtmöblierung auswirkt (Corporate Design) und die von unserer Seite vorgeschlagene Vorgehensweise negiert. Wir stehen dafür Expert*innen in Bezug auf Stadtgestaltung und die Bürger*innen, die sich noch während unseres Stadtspaziergangs interessiert und in großer Zahl eingebracht haben, an der Ausgestaltung der Innenstadt mit einer lebendigen und konzeptionell durchdachten Stadtmöblierung einzubeziehen, anstatt den Bürger*innen von Oben Lösungen vorzugeben. Dafür werden wir uns auch weiter einsetzen.

Rheinpfalz-Artikel vom 5.11.2019

Die Bank und die Liebe

Rede bei der offiziellen Bankübergabe an Frau Bürgermeisterin Kimmel (im Auftrag der Bürger)

Die Initiative „Stadt für alle“ hat am 30. März 2019 den Bürgern von Kaiserslautern eine große, runde Bank geschenkt. Warum? Wem macht man so ein schönes Geschenk? Jemandem, den man gerne hat, man kann also sagen, wir von der Initiative lieben unsere Mitbürger, lieben unsere Stadt.

Liebe ist der Schwerpunkt dieser Rede, hier vor der wunderbaren Kulisse der Stiftskirche passend, denn Liebe ist der Schlüsselbegriff zum Verständnis der christlichen Religion. Liebe muss ein zentraler Begriff in allen Religionen sein, denn sie umfasst Toleranz, Kommunikation, Vertrauen – und vieles mehr. Wir haben eine „Bank für alle“ entworfen, mit viel Liebe und auch Liebe zum Detail. Wir hatten im vergangenen Sommer wunderbare Erlebnisse an der Bank, man lernt dort leicht andere Menschen kennen, kommt ins Gespräch, macht Scherze, isst ein Eis … Und es gab eine kleine Aktion „Zeitunglesen auf der Bank“, denn wir brauchen mehr Flaneure, mehr Urbanisten und Stadtliebhaber. Die auch mal einen Samstagnachmittag verbummeln, „ich ging in der Stadt so für mich hin, und nichts zu suchen, das war mein Sinn.“ Bei dieser Aktion „Zeitunglesen“ kam es zu einer denkwürdigen Szene. Ein Bewohner kam zur Bank, er hatte sogar vorbereitet, was er sagen wollte: „Vieles in Kaiserslautern wirkt so lieblos!“

Dagegen wollten wir etwas unternehmen. Man kann sich fragen, warum niemand schon viel früher auf die Idee gekommen ist, hier eine Bank aufzustellen. Denn dieser Platz ist einer der schönsten der Stadt. Was fehlt hier? Sitzgelegenheiten! Und das schon seit vielen Jahren. Da sollten wir uns alle an die eigene Nase fassen. Sooo schwer wäre das nicht gewesen. Wir haben eben alle einen gemeinsamen Feind: Die Macht der Gewohnheit! Dagegen sollten wir kämpfen, mit viel Liebe und viel Fantasie.

Dieser schöne Platz hat noch nicht einmal einen Namen! Jeder Katze und jeder Hund hat einen Namen; wenn man jemanden besonders gerne mag, gibt man ihm sogar einen Spitznamen, zum Beispiel wird der Theodor-Heuss-Platz in Berlin „Theo“ genannt, der Leopoldplatz – ja, richtig – „Leo“! In Kaiserslautern: Wladirockstock – Wladi. Glockencafé – Glocken, Carla Ohio – Carla. Von liebevollen Spitznamen sind wir hier bei unserer Bank noch weit entfernt, denn dieser Ort ist wie gesagt noch namenlos. Man könnte einen Ideenwettbewerb in der Rheinpfalz veranstalten, das gab es schon einmal in den 1970er Jahren beim Martinsplatz. Wie sollen wir diesen Platz nennen, was meint ihr?

Mit einem Stadtplaner bin ich unsere Stadtachse entlang gegangen, wir haben darüber geredet, welche Materialien passend wären. Er meinte: „Vieles hier in Kaiserslautern wirkt so kalt und grau, da wäre Holz genau das richtige.“ Also kein kalter Stahl, körperfeindlich, sondern warmes Holz, natürlich und liebevoll. Das soll aber kein Dogma sein, für den Rathausplatz zum Beispiel könnten kreative Plastikmöbel, evtl. mit Wasser befüllbar, genau das richtige sein.

Je nachdem, dem Charakter des Platzes entsprechend, wie Peter Ott immer betont. Da haben wir eine wichtige Voraussetzung für die Liebe: Empathie. Wir sollten versuchen, ganz sensibel in die Plätze hineinzuhorchen, man kann ihnen ablauschen, was das Beste für sie wäre, man muss nur genau zuhören. Zwei Ohren brauchen wir, als Initiative „Stadt für alle“. Einmal das für die Orte, Plätze, Wege und Stadträume. Da gibt es auch Objektivität, da ist nicht alles Geschmackssache, da gibt es die Feinmotorik eines Platzes, wie er funktioniert und lebt, wie ein Organismus; zum Glück haben wir gute Kontakte zur TU und zur Hochschule, dort weiß man viel über Stadtplanung. Das andere, zweite Ohr, ist mindestens genauso wichtig, das leihen wir den Bürgern. Beim Stadtspaziergang haben die Besucher bewiesen, dass sie sehr sensibel beobachten, das haben wir alles sorgfältig notiert. Die Bewohner dieser Stadt gehen mit offenen Augen auch durch andere Städte, herrlich war da die Veröffentlichung in der Rheinpfalz: Eine ganze Seite mit fantasievollen Bänken aus aller Welt.

Es läuft super für unsere Initiative, um so wichtiger ist es, auf dem Teppich zu bleiben, Bescheidenheit ist gefragt, ja sogar Demut. Demütig vor den fantastischen Bauten, von denen dieser ganz zentrale Ort geprägt wird. Zum einen der Eckbau mit dem herrlichen, markanten Erker, hier machen viel Bürger eine Kurve, biegen ab zum Schillerplatz oder umgekehrt, der Erker nimmt diese Bewegung auf und stellt sie dar. Nach demselben Prinzip funktioniert die „Hannenfaßlounge“, sie schwingt vom Martinsplatz heraus auf die Spittelstraße. Beherrscht wird dieser Platz hier, natürlich, von der Stiftskirche. Schon seit rund 500 Jahren prägt sie diesen Platz, ja sie prägt die ganze Stadt, davor verneigen wir uns. Dieser wundervolle Buntsandstein, der auch Wärme ausstrahlt und Liebe! Gegen die Stiftskirche sind wir mit unserer Bank nur ein ganz kleines Licht; wir haben nur ermöglicht, dass man dieses zentrale Bauwerk in Ruhe und ohne Konsumzwang anschauen kann, mehr nicht.

Die vielen Besucher beim Stadtspaziergang, über hundert Menschen, warum sind die gekommen? Natürlich aus Interesse, aber auch, weil sie sich mehr Sitzgelegenheiten erhoffen. Wir wohnen hier in einer großen Wohngemeinschaft, die Plätze (bzw. Räume) auf der Stadtachse gehören uns. Nur stehen seltsamerweise einige Zimmer in unserer WG leer, sind ohne Möblierung. Zum Beispiel der Stockhausplatz, und auch der Musikerplatz. Warum? Viele Bürger haben resigniert, oder begreifen diese Orte nicht als die ihrigen. Sie konnten noch keine Liebesbeziehung zu der Stadtachse aufbauen, doch das ändert sich momentan, mit der Bank haben wir einen Stein ins Wasser geworfen, der nun Kreise zieht, die Bank strahlt aus.Wir haben von der Bank aus in beide Richtungen gedacht, zum Kaiserbrunnen hin, der einen wirkungsvollen Schlussakkord bildet, und in die andere Richtung bis zum Musikerplatz bzw. Stadtpark. Ganz im Sinne von Jan Gehl wurde hier nicht vom Auto aus geplant und gedacht, sondern vom Menschen ausgehend. Fast alle Abschnitte sind Fußgängerzone oder zumindest verkehrsberuhigt. Hier kann der Mensch in Ruhe spazieren und flanieren.

Die Stadtachse könnte man auch als Rückgrat der Stadt bezeichnen, als Spiegelachse, auf der einen Seite Rathaus, Theater und Mall, auf der anderen Seite Bahnhof, Gericht, Einzelhandel, und – das Finanzamt. Diese Achse ist schon vielfach bearbeitet und gestaltet worden, darauf kann man toll aufbauen. Das ist wichtig in einer Stadt die, ähem – pleite ist, da wachsen die Bäume nicht in den Himmel, da sollte man keine utopischen Forderungen stellen und etwas ganz Neues, Teures verlangen. Diese Achse, die Stadtachse, ist eigentlich auch eine Bürgerachse. Und die wollen wir im Januar untersuchen, in einer Bürgerwerkstatt, zu der wir Sie hier schon ganz herzlich einladen wollen, obwohl der genaue Zeitpunkt und die Räumlichkeiten noch nicht feststehen. Das wird ein schöner Abend, es wird Rotwein geben. Wir versuchen ja bei unseren Veranstaltungen immer ein passendes, symbolträchtiges Getränk anzubieten, beim Stadtspaziergang war es ein Schnäpschen, heute haben wir etwas anderes vorbereitet, Orangensaft, als Vitaminstoß für mehr Kreativität und gegen Erkältung im Winter. Bei der Werkstatt soll Rotwein ausgeschenkt werden, weil Rotwein so gemütlich ist, so warm – rubinrot, rot wie die Liebe. In Ruhe, am warmen Ofen wollen wir überlegen, wie wir die Stadtachse aufwerten können. Das ist im Winter doch optimal, da möchte man meistens sowieso nicht draußen sitzen. Und wenn es gut läuft, können schon im April oder Mai neue Sitzgelegenheiten montiert werden, für den Sommer 2020, denn der kommt bestimmt! Für alle Flaneure und Urbanisten, Asphaltcowboys und Großstadtindianer – Bänke für alle, auf der Stadtachse für alle.

All we need is love

Michael Fetzer, BI „Stadt für alle“

Vom Kaiserbrunnen zum Musikerplatz

Bericht vom Stadtspaziergang auf der Stadtachse | 20.Oktober 2019, 15 bis ca. 17 Uhr

An diesem Spaziergang haben ca. 100 Bürgerinnen und Bürger teilgenommen. Von der Stadtverwaltung waren Bürgermeisterin Beate Kimmel und Baudirektorin Elke Franzreb dabei sowie Hanno Scherer als Vorsitzender des Citymanagements; auch einige Stadtratsmitglieder als politische Vertretungen liefen die Strecke ganz oder teilweise mit.

Wir hatten uns eine Zeitbeschränkung von zwei Stunden auferlegt, deshalb wurden entlang der Stadtachse vorrangig die Stadtplätze und in einem beschränkten Maß die verbindenden Straßenabschnitte und Wegkreuzungen über Kfz-Straßen begutachtet.

Ziel des Stadtspaziergangs war es, das Interesse der Bürger*innen zu erfahren und Ideen zu den Plätzen zu sammeln, um unseren Plan einer vertiefenden Betrachtung für eine Veranstaltung „Bürgerwerkstatt“ abschätzen zu können.

Die folgende Beschreibung ist an dem Ablauf des Stadtspaziergangs orientiert, beginnend mit dem Platz „Mainzer Tor“ und endend am Musikerplatz.

Der Start

Mainzer Tor

Der Platz wird durch den „Kaiserbrunnen“ des Bildhauers Gernot Rumpf mit einer fantasievollen historischen Interpretation der Geschichte von Kaiserslautern belebt. Das Mainzer Tor wird damit zu einem besonderen/unverwechselbaren Ort. Zu Beginn des Treffens wurde ausgeführt, dass die Bronzefässer am Brunnen über ein Leitungssystem mit Wein und Bier gespeist werden können und es daher möglich ist, bei Stadtfesten Getränke auszuschenken.

Zur Platzfläche gab es aus gestalterischer Sicht weder eine Kritik noch bedurfte es einer besonderen Hervorhebung. Aus technischer Sicht wurde zu Protokoll gegeben, das Pflaster um den Brunnen auf das Niveau des Einlaufrostes anzuheben, sodass das überlaufende Wasser der Brunnenspeisung erhalten bleibt und nicht in den Kanal läuft.

Die Sitzmöglichkeiten, die es hier gibt, wurden als ausreichend eingeschätzt. Angeregt wurde jedoch eine zusätzliche Sitzbank entlang des Eckhauses, parallel zur Mannheimer Straße.

Der ungepflegte Zustand der neben den Sitzbänken stehenden Fahrradständer beeinträchtigt das einladende Ambiente. Zur Verbesserung bedürfe es lediglich eines Anstrichs. Weiter wurde angeregt, die künstlerischen Details des Kaiserbrunnens in möglichst vielen Nationalsprachen zu beschreiben.

Abschnitt Steinstraße zwischen Mainzer Tor und Stockhausplatz

Vor den stadteigenen Immobilien „Wadgasserhof“ und Theodor-Zink-Museum sollte jeweils eine Bank an der Gebäudewand bzw. an der Einfriedung aufgestellt werden. Bedauert wurde, dass der Kräutergarten aus versicherungstechnischen Gründen nicht mehr von der Kita gegenüber gepflegt werden darf. Er sieht jetzt verwildert aus. Welche Alternative gibt es?

Stockhausplatz

Stockhausplatz

Die Atmosphäre des Platzes wird von den Teilnehmenden als „trostlos“ bezeichnet. Der Platz werde außer am Altstadtfest und am Kinderaltstadtfest nicht bespielt, sodass eine Belebung mit weiteren Aktivitäten bedacht werden sollte.

Insbesondere wurde der Standort der Brunnenskulptur, die verwaist in einer Ecke steht, kritisiert. Der Brunnen sollte eher in Richtung Platzmitte gerückt werden.

Im gesamten Umfeld des Stockhausplatzes wird ein Mangel an Grün festgestellt. Es bestand Einigkeit, den Platz zur Verstärkung der innerstädtischen Grünfunktion zu nutzen: u. a. mit einer dichten Baumbepflanzung, auch als Obstbaumplantage bzw. als „Urban Gardening“ (essbare Stadt) für die Anwohner.

Die Initiative schlug vor, die Torflügel des Theodor-Zink-Museums tagsüber in den Stockhausplatz hinein zu öffnen. Über diese Symbolfunktion soll ein Besucher des Stockhausplatzes zum Betreten des Museums oder umgekehrt zum Verweilen auf dem Platz angeregt werden. Für das Museum wie auch den Stockhausplatz wäre eine solche Öffnung belebend.

Für den JuZ-Kindergarten soll ein taktiler Barfußpfad eingerichtet werden. Beklagt wurde das Fehlen eines Cafés auf dem Platz.

Da könnte auch noch ne Bank hin | Martinsplatz

Martinsplatz

Dieser Platz wird von vielen Besuchern als der schönste Platz in der Stadt bewertet. Er erhält seine Wirkung durch drei ausgewachsene Kastanienbäume sowie einen Brunnen mit großen Wasserbecken, die um eine zentrale Achse in Etagen angelegt sind; ferner tragen eine ebenfalls zentrale Figurengruppe aus Schwänen und ein wasserspeiender Knabe mit Füllhorn als oberem Abschluss als Blickfang bei.

In Brunnennähe ist der Wasserfall jedoch sehr laut, so dass Unterhaltungen stark beeinträchtigt und ein entspanntes Gespräch erschwert ist. Es wird vorgeschlagen, den Wasserfall mit Pausen und nach einer Probephase in einem abgestimmten Rhythmus zu betreiben. Der so praktizierte Wechsel trägt zur Bereicherung des Platzerlebnisses bei.

Viele Sitzmöglichkeiten gibt es durch die angrenzenden Lokale. Öffentliche Sitzplätze, außer einer Stahlrohrbank, sind Mangelware.

Die Teilnehmer*innen am Stadtrundgang sollten mit bereitgestellten Stühlen eigene, neue Sitzorte auf dem Platz erproben. Erkenntnis dieses „Probesitzens“ sollten die eigene Beobachtung und Erfahrung aus einer Innensicht und Außenbetrachtung sein. Es bildeten sich drei Wunschpositionen aus: 1. entlang der Gebäudewand des Hauses Göbel und 2. diametral dazu mit etwas mehr Abstand zur Gebäudewand bis zum Eingang der Musikschule (mit Blick aus der Spittelstraße) sowie 3. mehrere gebogene Kreissegmente nahe um das Brunnenbecken – sowohl mit Sicht auf den Brunnen als auch umgekehrt auf den Platz. Diese Kreissegmente, so der Bürgerwunsch, sollten aus geschnittenen Sandsteinblöcken erstellt werden.

Weiter wurden mobile und daher flexibel nutzbare Sitzgelegenheiten, u. a. auch bunte Sitzkissen vorgeschlagen, die mit einem Pfandsystem wie bei Einkaufswagen „gemietet“ und dann wieder „geordnet“ zurückgebracht werden könnten.

Kritisiert wurde das Erscheinungsbild des Mini-Fahrradständers vor der Musikschule. Besser wäre es, zwei Fahrradabstellmöglichkeiten an weniger exponierten Stellen zu installieren, etwa seitlich des Zugangs zum Kircheneingang.

So geht Bank | Platz vor der Stiftskirche

Platz vor der Stiftskirche

In diesen Platz münden vier Straßen. Somit erfüllt der Platz eine übergeordnete städtische Funktion als flächiger Verteiler von Fußgängerströmen. Da sich die Platane inklusive der „Bank für alle“ tangential zu den Verkehrsströmen befindet, ist auch ein Freiraum zum ungestörten Verweilen, Ausschau- und Innehalten gegeben. Mit der weiteren Bank an der Adlerapotheke ist die Sitzbanknachfrage nach Meinung der Anwesenden erfüllt.

Die FuZo-Kreuzung

Kreuzung Fackel-, Riesen-, Markt- und Kerststraße

Zur Attraktivierung dieses wichtigen Kreuzungspunktes wurde über einen schlanken Turm bzw. Hochsitz mit Ansichtsplattformen und Sitzmöglichkeiten auf gestaffelten Höhenniveaus (bis max. 3 Meter Höhe) nachgedacht. Die Grundrissmaße sind so zu begrenzen, dass der Fußgängerverkehr wie auch der Platzbedarf für Anlieferungen und Feuerwehrfahrten ungehindert gewährleistet bleiben. Der Fußgängerverkehr soll auch unter den aufgeständerten Aussichtsplattformen durchfließend möglich sein.

Vorstellbar ist ein turmartiges Stützen-, Trägergerüst auf quadratischem Grundriss, dessen Diagonalen mit den vier Straßenachsen deckungsgleich sind und somit die Schnittpunkte der Straßenachsen und der Turmdiagonalen in Übereinstimmung bringen. Aufgrund dieses „auf die Spitze gestellten“ quadratischen Grundrisses erscheint der Turm höher und schlanker. Der weitere Vorteil dieser 45°-Drehung ist der Platzgewinn zu den Eckgebäuden der Blockrandbebauungen. Für den Weihnachtsbaum könnte eine äußerste Ecke des Quadrates genutzt werden.

Marktstraße ab Kreuzung Schneider-/Kerststraße bis zum Platz vor dem Unionkino

Die in diesen Straßenabschnitten stehenden jungen Bäume sind mit Baumschutzringen vor Beschädigungen geschützt. Es bietet sich an, die Ringe mit aufgeschraubten Sitzgelegenheiten in Form von Brettsegmenten zu ergänzen. Sie müssten leicht nach außen abfallend montiert werden, denn die Schutzringe sind mit etwa 70 cm zu hoch zum Sitzen. Aus technischen Gründen müssten die Brettsegmente in Form einer lang gestreckten Linsenform hergestellt werden. Solche leicht nach außen gekippten Sitzflächen sind für ein kurzes entlastendes Steh-Sitzen geeignet. Unsere eigene Vorgabe, mindestens alle 100 Meter eine Sitzmöglichkeit zu bieten, wäre auf diese Art kostengünstig und über das Maß hinaus erfüllt.

Platz vorm Union

Platz vor dem Unionkino

Der kleine Platz wird von einer außermittig stehenden, noch jungen Platane bereits dominant überdeckt. Recht bezugslos steht hier eine Stahlrohrsitzbank. Entsprechend der Platz-Baumkonstellation bietet sich eine Rundbank um die Platane als Sitzgelegenheit und Baumschutz an. Um dem Platz jedoch mit einer Freiraummöblierung ein unverwechselbares Aussehen zu geben, wird vorgeschlagen, mit einer rund geformten Sitzbank (mit Rückenlehne!) die Baumfläche nur teilweise zu umschließen und dann in eine „S“-förmige Gegenbewegung weiterzuführen. Das hätte den Vorteil, dass der Bankbenutzer wählen könnte zwischen einem Schauen in die Fußgängerzone oder einem sich Gegenübersitzen, um zu plaudern. Die weitgehend umschlossene Baumfläche soll bepflanzt werden.

Abträglich in der Reihe der Platzwände ist hier der kürzlich nach § 34 BauGB errichtete Neubau, der sowohl im Erdgeschoss entsprechend der Art der baulichen Nutzung (geschlossene Wandscheiben und Garagentore statt Schaufensterflächen) und in den Obergeschossen entsprechend dem Maß der Nutzung mit Obergeschossen, die den öffentlichen Raum überkragen, widerspricht. Somit werden die Forderungen des § 34 BauGB, ein Bauwerk „in die Eigenart der näheren Umgebung“ einzufügen, grob verletzt. Dieser Webfehler in einer harmonischen Reihe von Gründerzeithäusern und Neubauten ist zudem auch für die ökonomisch angestrebte Belebung der anschließenden Pirmasenser Straße überaus schädlich. Deshalb sollte der Immobilienbesitzer aufgefordert werden, wenigstens im Erdgeschoss für eine Linderung der Zäsur zu sorgen und zumindest Sitzbänke entlang der Fassade aufstellen.

Die Pirmasenser..

Pirmasenser Straße vom Überweg Alleestraße bis zum Eingang Fuzo

Ziel ist es, den Eingangsbereich von der Richard-Wagner-Straße zur Fuzo für eine fußläufige Frequentierung zu optimieren.
Die Richard-Wagner-Straße ist für Reisende, die vom Hauptbahnhof kommen, das Entree sowohl ins Stadtzentrum als auch ab Kreuzung Pirmasenser Straße der Haupteingang in die Fuzo. Dieser Eingang zieht Besucher trotz der großen Skulptur „Die Sitzende“ von Lothar Fischer nur wenig an. Ziel ist, mit einer Freiraummöblierung ein Umlenken der Besucher in die Fuzo zu konzipieren. In Fortsetzung der oben beschriebenen „Endlosbank“ könnte in Höhe der Skulptur mit einer auswärtsschwingenden Bogenform und auf der gegenüberliegenden Straßenseite mit einer einwärtsschwingenden, jedoch nur kurzen Bogenform (quasi als einsaugender Trichter) eine optisch wirksame Leitlinie geschaffen werden.

Hinsetzen, nur wo? | Musikerplatz

Musikerplatz

Die bereits angelegte Gestaltung einer funktionsungebundenen freien Platzfläche anliegend zur Platzmitte sollte beibehalten und demnach eine Freiraummöblierung nur vor den Pflanzbeeten angeordnet werden. Als besonderes Merkmal und damit andersartig als die Plätze der stark frequentierten Fuzo könnten z.B. massive Steinbänke mit Höhenversprung als mehrfunktionale Sitz-, Tisch- und Spielmöglichkeit bzw. auch traditionelle Steinbänke mit Rückenlehnen als optisch massive Randeinfassung verbaut (!) werden. Diese Steinbänke könnten mit Erde hinterfüllt und so die dahinter liegende Grünfläche moduliert werden. Zum Weiteren wurde in der Mitte des Musikerplätzchens bereits vor langer Zeit eine Wasserversorgung installiert, um die dort stehende Metallplastik „Galaktischer Baum“ von Irmgard Elsner als Brunnen mit Wasserspiel zu verschönern. Der Standplatz, derzeit ein Blumenbeet, sollte im Fall eines Wasserspiels in Form einer sanften Mulde ausgebildet werden, um die Merkmale Platzzentrum und Platzzusammenhang, naturnahe Platzbelebung und Zugang zum Wasser erfahrbar zu machen.

Im Fall eines Umbaus der Pirmasenser Straße (ab Eingang Fuzo) zu einer Mischfläche für alle Verkehrsarten (Fuß-, Rad-, Kfz-Verkehr und ÖPNV) bis zur Rudolf-Breitscheid-Straße könnte, wie ursprünglich geplant, der Belag des Musikerplatzes barrierefrei bis an die Blockrandbebauung entlang der Pirmasenser Straße geführt werden. Die zu beiden Straßenrändern vorhandenen historischen Hochbordsteine sollten durch flache Pflasterrinnen ersetzt und so insbesondere die Führung des Kfz-Verkehrs und ÖPNV gewährleisten. Die gußeiserne Pollerreihe zwischen Platz und Straße könnte somit entfallen. Mit der Erweiterung des Platzbelages würde eine großzügige städtebauliche Aufweitung entstehen.

Generelle Punkte

Es wurde gefordert, dass alle Flächen der Bänke und Sitze, die beim Sitzen berührt werden, aus Massivholz gefertigt sowie Bänke mit Rückenlehnen ausgestattet sein sollen.

Im Rahmen der Freiraummöblierung sollen auch Möbel nach Kindermaßen und Spielgeräte bereitgestellt werden.

Barrierefreiheit soll alltagstauglich sein und demnach ohne separierenden Charakter ermöglicht werden.

Weiter wurde vorgeschlagen, in der gesamten Stadt an jedem Abfalleimer einen stabilen und funktionstüchtigen Pfandflaschenbehälter anzubringen, so dass die Pfandflaschensammler die Flaschen nicht mehr aus dem Müll herausfischen müssen.

Kaiserslautern 31. Oktober 2019

Kreatives Gruppenflanieren! 100 Menschen beim Stadtspaziergang

Es war ein voller Erfolg mit dem innerhalb der Initiative kaum jemand gerechnet hatte. Rund hundert Kaiserslautrer, darunter viele Kreative und Künstler*innen, einige unserer politischen Vertreter*innen und Verantwortliche und viele junge und ältere Mitbürger*innen haben auf unsere Einladung die Stadtachse; den Weg und die Plätze zwischen Kaiserbrunnen und dem Musikerplatz erkundet.

Es wurde viel gesprochen, zugehört, diskutiert und Ideen ausgetauscht wie mensch die Plätze an dieser Strecke wohnlicher und menschlicher gestalten könnte. Stichworte dazu waren Öffnung, Entgrenzung, Begrünung, Barrierefreiheit und natürlich Bänke und anderes den Plätzen angepasstes Stadtmobiliar.

Der Startschuss

Wir danken hiermit herzlich Allen, die am letzten Sonntag vor Ort waren, unseren Experten Dieter Burghaus und Karl Ludwig Kusche, Herrn Goebel für die Unterbringung der Sitzgelegenheiten, den Kuchenbäckerinnen, der Crew des Union-Kinos für den Kaffee und liebevollen Aufbau, den Vielfalter*innen und schlussendlich der Eselsohr-Crew für die Öffnung ihrer Räume für das Ankommen….

Der Artikel der RHEINPFALZ von heute, dem 21.10.2019

Bankenrettung 2.0: Mehr Bänke für die Innenstadt

Stadtspaziergang am Sonntag, den 20. Oktober, 15 Uhr

Der Platz vor der Stiftskirche ist einer der schönsten in Kaiserslautern; im März wurde hier in einer Nacht- und Nebelaktion die “Bank für alle” aufgestellt. Dieses Geschenk haben die Bürger den ganzen Sommer über gerne genutzt, und es wurde dort viel geredet, gelacht und auch oft Eis gegessen – darüber hat sich die Initiative “Stadt für alle” sehr gefreut. Mit der Bank wurde unser “gemeinsame Wohnzimmer” neu möbliert und dieser zentrale innerstädtische Platz aufgewertet.

Allerdings sollte über diesen Erfolg nicht in Vergessenheit geraten, dass an vielen anderen Stellen in der Innenstadt weiterhin öffentliche Sitzgelegenheiten fehlen.

Gemeinsam mit den Lauterer Bürgern wollen wir uns mit einigen weiteren Plätzen beschäftigen, die sich auf einer zentralen “Stadtachse” befinden. Diese führt vom Kaiserbrunnen bis zum Musikerplatz. Hier befinden sich zwar einige schöne Gebäude und auch mehrere Bäume, aber nur vereinzelt die Möglichkeit, sich zu setzen und ein wenig auszuruhen. Außerdem fehlen in Kaiserslautern innovative, kreative Sitzgelegenheiten, wie man sie in vielen Städten findet; unser Foto links zeigt ein Beispiel aus Pforzheim.

Am kommenden Sonntag, den 20. Oktober findet ein liebevoll organisierter Stadtspaziergang statt, mit einigen Überraschungen. Start ist um 15 Uhr am Kaiserbrunnen am Mainzer Tor; falls es regnen sollte, können wir Schirme zur Verfügung stellen. Im Unionkino wird es Kaffee und Kuchen geben, und zum Abschluss der Veranstaltung treffen wir uns gemütlich im Eselsohr am Musikerplatz. Am Spaziergang werden einige Stadtplaner und weitere Experten teilnehmen, mit denen man jederzeit ins Gespräch kommen kann – so haben unsere Gäste die Möglichkeit, aus einer neuen Perspektive auf Altbekanntes in Kaiserslautern zu schauen.

Wir freuen uns auf Sie!

Kaiserslautern: Klimanotstand jetzt!

In Kaiserslautern kamen am 20.09.2019 nach Zeitungsberichten gut 2000 Menschen zusammen um für einen Wechsel in der Klimapolitik zu demonstrieren, in Deutschland waren es mindestens 1,4Millionen. Ein radikales Umdenken und Handeln muss weltweit in die Wege geleitet werden. Aber auch die Kommunalpolitik muss die Voraussetzungen dafür schaffen.

Aber die Mehrheit im Stadtrat scheint den Schuss nicht gehört zu haben. So wurde bei der letzten Stadtratssitzung am 2.September ein Antrag der Stadtverwaltung und ein weiterer der Fraktion DIE GRÜNEN von der Mehrheit der Ratsmitglieder abgelehnt. Die CDU- und AfD-Fraktion stimmte dagegen und die SPD enthielt sich der Stimme. Nur die Fraktionen von DIE GRÜNEN und DIE LINKE stimmten einhellig dafür.

Dazu hier ein nichtgehaltener Redebeitrag (die Redner*innenliste war wohl schon zu überfüllt) der BI „Stadt für Alle“ KL:

Redebeitrag zur Ablehnung der Ausrufung des Klimanotstands in KL

Die Bäume im Wald und in der Stadt sahen schon Mitte August so aus wie früher im Oktober. Viele Menschen, die sich im Sommer in der Innenstadt bewegten erlebten während der unzähligen Hitzetage wie sich die zubetonierten Stadträume aufheizten. Menschen, die im Besitz eines Gartens sind stehen immer noch vor der Wahl riesige Mengen an Trinkwasser in Besagten zu pumpen oder zuzuschauen wie die Rasenflächen, Sträucher und Blumen vertrocknen.

Statt diesen Realitäten ins Auge zu sehen und den Klimanotstand auszurufen, beschloss der Stadtrat auf seiner letzten Sitzung einfach so weiterzuwurschteln wie all die Jahre zuvor.

Vielleicht liegt es daran, dass wir in diesem Jahr bisher um ein Starkregenereignis mit überfluteten Straßen und entsprechenden Schäden herum gekommen sind. Dafür hat es hier in diesem Sommer – gefühlt – überhaupt noch nicht wirklich geregnet.

Wer auf der besagten Stadtratssitzung war erlebte die volle Wucht der Ignoranz gegenüber der Realität. Die AfD relativiert den Klimawandel, indem sie mit kruden längst widerlegten sog. Fakten und Lügenmärchen leugneten, dass die ungeheuren klimatischen Veränderungen der letzten Jahre menschengemacht sind. Weitaus erschütternder ist jedoch, das sich die Mehrheit der Anderen im Rat hinter papiernen Konzepten versteckt. Masterplan Klima, Klimaanpassungskonzept, Mobilitätsplan 2030 heißen diese Papierriesen, die sich hervorragend lesen aber allesamt den Nachteil haben nicht verbindlich zu sein.

Die Erklärung des Klimanotstands für Kaiserslautern hätte dafür sorgen können, dass diese in Konzepte gegossenen Absichtserklärungen Grundlage des politischen Handelns geworden wären. Den die Ausrufung würde bewirken das alle Entscheidungen des Rats unter dem Vorbehalt der ökologischen Auswirkung auf das Klima gefällt werden würden. So aber, bleiben die schönen Worte was sie sind. Schöne Worte. Ohne Konsequenz. Bei jeder Entscheidung stehen nun wieder stadtplanerische Ignoranz, wirtschaftliche Abwägungen und Investoreninteressen gegen jene des Klimaschutzes.

Das Beharren auf der Gleichwertigkeit ökonomischer Interessen und ökologischer Auswirkungen bedeutet in letzter Konsequenz, die gleiche Nichtanerkennung der Realität, wie diese von AfD-Ratsmitgliedern vorgetragen wurde. Diese setzten klimapolitische Prioritäten mit einer Verbotskultur und Ökodiktatur gleich und verharren deshalb im Nichtstun. Meine Frage ist aber: Wo liegt der praktische Unterschied zu einer Politik die den kommenden Herausforderungen nichts entgegensetzt als wohlklingende Papiere, ohne jede Konsequenz und Verbindlichkeit in der Sache?

Es gibt keinen. Die Nichtausrufung des Klimanotstands basiert auf der Verharmlosung der katastrophalen klimatischen Entwicklungen der letzten Jahre und leugnet die Folgen des Nicht-tuns der politischen Verantwortlichen in Stadt, Land und Bund.

Unsere einzige Chance ist es mehr zu werden, den Druck zu erhöhen und durch Mobilisierungen und Aktionen unsere Volksvertreter und -vertreterinnen in die Pflicht zu nehmen.

Der Klimanotstand ist schon da. Es muss gehandelt werden – und zwar schnell und konsequent. Für ein lebenswertes Kaiserslautern – Eine Stadt für ALLE!

von Carsten Ondreka, 15.09.2019

Solidarische Städte – Überall … auch in Kaiserslautern?!

Informations- und Diskussionsveranstaltung am 24.Sept. 2019, 19:00Uhr in den neuen Räumen des Vielfalter KL e.V., Pirmasenserstr. 20, Kaiserslautern

Als Referentin haben wir Stefanie Kron eingeladen. Sie ist Soziologin und Referentin für Internationale Politik in der Akademie für politische Bildung der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Sie ist Mitherausgeberin der Zeitschrift Movements und Mitglied des Netzwerkes kritische Migrations- und Grenzregimeforschung.

Solidarische Städte?! – Was soll ich mir darunter vorstellen?

Eine Stadt, aus der kein Mensch abgeschoben wird, in der sich alle frei und ohne Angst bewegen können, in der kein Mensch nach einer Aufenthaltserlaubnis gefragt wird, in der kein Mensch illegal ist. Das sind die grundlegenden Vorstellungen von einer Solidarischen Stadt. In einer solchen Stadt der Solidarität sollen alle Menschen das Recht haben zu leben, zu wohnen und zu arbeiten. Alle Menschen soll der Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung gewährt werden. Alle Menschen sollen teilhaben und das Stadtleben mitgestalten können – unabhängig von Aufenthaltsstatus, finanziellen Möglichkeiten, Hautfarbe, Geschlecht, Sexualität, Religion,…
In vielen Städten in Deutschland, Europa und der ganzen Welt ist der Prozess, eine Solidarische Stadt zu werden schon in vollem Gang.

Auch Kaiserslautern zu einer Solidarischen Stadt gestalten.

Mit dem Sommer der Willkommenskultur 2015 kamen sehr viele Geflüchtete nach Kaiserslautern und wurden hier sehr gut aufgenommen. Es hat sich ein großflächiges Netz institutioneller und ehrenamtlicher Hilfe entwickelt. Vor kurzem hat sich Kaiserslautern zum Sicheren Hafen erklärt. Es wurde schon viel erreicht.

Doch außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung kommt es immer wieder zu Abschiebungen. Viele Geflüchtete haben einen unklaren Aufenthaltsstatus. Andere haben Probleme bei der Wohnungssuche und im Bezug auf prekäre Arbeitsverhältnisse. Letzteres betrifft nicht nur Geflüchtete, sondern weite Teile der Stadtbevölkerung.

In verschiedensten Städten Europas und rund um den Globus gibt es unterschiedlichste Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit diesen und ähnlichen Situationen und dementsprechend vielschichtige Organisierungsansätze. Von diesen kann unsere Referentin berichten.

Die Veranstaltung soll, über den Informationsgehalt hinaus auch dazu dienen die aktuelle Situation in Kaiserslautern zu erfassen, den Möglichkeitsraum für die solidarische Selbstorganisierung einer inklusiven Stadtgesellschaft auszuloten, und darüber hinaus Forderungen an die Stadtpolitik zu entwickeln, damit auch Kaiserslautern eine Solidarische Stadt – Eine Stadt für Alle wird.


Veranstalter*innen: Vielfalter KL e.V., BI „Stadt für Alle“ KL & Seebrücke, Ortsgruppe KL

Stadtratsbeschluss: Die Bank für Alle bleibt!

Unsere Initiative hat sich gelohnt. Kaiserslautern hat jetzt eine Bank für Alle. Dringend notwendige weitere Sitzgelegenheiten ohne Konsumzwang, die ungezwungene Möglichkeiten zum Ausruhen und zur Kommunikation bieten müssen Sie aber selbst schaffen 😉

„Die von einer Bürgerinitiative in einer Nacht- und Nebelaktion aufgestellte Rundbank an der Platane vor der Adler-Apotheke darf bleiben. Auf SPD-Antrag beschloss der Stadtrat am Montag, sie in das Eigentum der Stadt und in eine Dauernutzung zu übernehmen….“ (Rheinpfalz, 3.09.2019)

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