BürgerInnen über Lautern als Stadt für Alle – Teil 2

Weitere Stellungnahmen Kaiserslauterer Bürger, wie sie sich ihre Stadt als Stadt für Alle vorstellen.

https://www.youtube.com/watch?v=jB5SHj8u7B8

Die Initiative lädt alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich mit eigenen Videobeiträgen an der Diskussion zu beteiligen, um Kaiserslautern einer Stadt für Alle näher zu bringen. Interessenten können unter sfa-kl-video@web.de Kontakt aufnehmen.

Mehr über die BI „Stadt für Alle“ KL, die Intention der Videos und Perspektiven @ https://stadtfuerallekl.home.blog/2020/05/10/wie-sich-lautrer-burger-ihre-stadt-fur-alle-nach-corona-vorstellen/

Wie sich Lautrer Bürger ihre „Stadt für Alle“ nach Corona vorstellen

Erster von Zwei youtube – Filmen der Initiative „Stadt für Alle“ Kaiserslautern

https://www.youtube.com/watch?v=WCG_8i_X6gU

Bekannte und unbekannte Persönlichkeiten der Stadt Kaiserslautern haben während ihrer Homeoffice-Zeit ein Video aufgenommen, in dem sie auf ganz unterschiedliche Weise erzählen, wie sie sich ihre „Stadt für Alle“ vorstellen.

Moderation, Schnitt: Andreas Bittner

Produktion: Stadt für Alle

Musik: Stephan Baumann aka MODISCH

Lauflänge: 11min 41sec (Teil 1)

„Wie sich Lautrer Bürger ihre Stadt für Alle vorstellen“

Eigentlich hätte die Initiative Stadt für Alle am 30. März gerne den ersten Geburtstag der Rundbank vor der Stiftskirche gefeiert. Das war aber aufgrund der Corona – Pandämie natürlich nicht möglich, und auch andere geplante Aktionen mussten auf Eis gelegt werden. So kam die Idee auf, herauszufinden, wie Kaiserslauterer sich ihre Stadt für Alle nach Corona vorstellen. Ganz unterschiedliche Bewohner sollten zu Wort kommen, alte und junge, Männer und Frauen, Menschen, die in leitender Funktion tätig sind oder im Stadtrat, aber auch ganz normale Mitglieder der Zivilgesellschaft.

Herausgekommen ist eine erstaunlich bunte Mischung, die vor allem aus diesen Unterschieden resultiert. Dennoch werden einige Themen immer wieder angesprochen: Zum einen wird betont, wie wichtig bürgerschaftliches Engagement ist und dass diese Beteiligung unbedingt unterstützt werden sollte. In vielen Ländern zeigt sich, wie sich Bewohner ihre Stadt auf neue Weise aneignen, jahrelang brach liegende Flächen werden plötzlich bespielt, informelle Gärten entstehen, Sitzgelegenheiten werden installiert, … Auch auf andere Städte wie Landau, Koblenz und Heidelberg wird verwiesen, wo die Bürgerbeteiligung schon in einer speziell dafür vorgesehenen Satzung institutionalisiert und gesichert wurde.

Anstöße solcher Art hat die Initiative Stadt für Alle auch in Lautern gegeben mit: der „Bank für alle“, der Rathausaktion „Bürger trifft Stadtrat“ anläßlich der konstituierenden Stadtratssitzitzung und dem Stadtspaziergang mit Bürgerinnen und Bürgern. Konkret zu Letztrem wird es wohl zu einer Bankwerkstatt kommen, für die sogar schon ein Termin feststand, der aber aus bekannten Gründen abgesagt werden musste. Dort sollen Bürgerinnen und Bürger unterstützt von Experten ermitteln, an welchen Orten im Stadtraum neue Sitzgelegenheiten sinnvoll wären und wie diese gestaltet sein sollen. Ein zentrales Zukunftsthema der Initiative Stadt für Alle wird bezahlbarer Wohnraum sein, auch davon ist in den Videos die Rede.

Die Initiative lädt alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich mit eigenen Videobeiträgen an der Diskussion zu beteiligen, um Kaiserslautern einer Stadt für Alle näher zu bringen. Interessenten können unter sfa-kl-video@web.de Kontakt aufnehmen.

Teil 2 folgt ——>

Die BI Stadt für Alle lud zum Alternativen Neujahrsempfang…

…. und viele kamen. | Erstes größeres Treffen der BI’s aus Kaiserslautern | Pedition zur Rettung der Stadtplantane verabschiedet | Weitere Zusammenarbeit vereinbart.

Am Montag, den 6. Januar 2020 fand im Spinnrädl ein “alternativer Neujahrsempfang” statt, anwesend waren viele Bürgerinitiativen: “Uni/Stadt/Wald/Schutz”, “Für den Hütterer Wald – jeder Baum zählt”, “Stadt für alle”, “Waechter – Wiesen Morlautern”, “Pfaff erhalten – Stadt gestalten” und “Fußgängerzone für Fußgänger”. Bei diesem Treffen wurde diese Petition unterschrieben:

Ansonsten war es ein sehr aufschlussreiches Treffen bei dem sich die BI’s über ihre jeweiligen Belange austauschten. Ein großes Thema war u.A. eine Stärkung der Bürger*innenbeteiligung in der Stadt. Hier noch der Artikel der Rheinpfalz zum Neujahrsempfang:

RP-Pfälzische Volkszeitung vom 7.01.2020 / von Claudia Schneider

Bank für Alle: Der Wiederaufbau ist doch wieder möglich

Eine turbulente Stadtratsdebatte hat ein überraschendes Ende genommen: Es gibt nun einen Prüfantrag an die Stadtbildpflege, der darüber Auskunft geben soll, ob die Bank nun doch wieder an ihrem angestammten Platz aufgestellt wird. Dieser Prüfantrag wurde von der Fraktionsvorsitzenden der Partei DIE LINKE Elke Theisinger-Hinkel eingebracht und mit großer Mehrheit verabschiedet.

Der Weg dorthin war aber durchaus kurios: Ausgangspunkt war der Antrag der o.g. Partei, Einsicht in das ominöse Gutachten zu bekommen, das laut Bürgermeisterin Kimmel die Verkehrsfähigkeit der Bank in Frage stellte. Auch wir haben nach Einsicht verlangt und daraufhin erst am letzten Samstag ein Schreiben bekommen, das uns diese Einsicht zusichert. Oberbürgermeister Weichel berichtete nun auf der Stadtratssitzung über dieses vom TÜV Saar aufgesetzte Papier. Die Angaben, die er dem Plenum machte, waren widersprüchlich, da er eingestehen musste, das dieses Gutachten die Grundlage dafür war, die Bank bis zum Winter stehen zu lassen. Die zwischenzeitlich erfolgte Nachbesserung und Pflege der Bank vesuchte er der Stadtbildpflege gutzuschreiben, obwohl diese Maßnahmen vollständig auf unser Konto gingen. Im Nachgang seiner Ausführungen lehnte er einen Wiederaufbau aus haftungsrechtlichen Gründen ab.

Bürgermeisterin Kimmel, die sich in Punkto „Bank für Alle“ und Umgang mit uns ja nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert hatte, brachte neue Dynamik in die Diskussion, indem sie eine Ertüchtigung der Bank ins Spiel brachte, um die Bank eventuell wieder aufzustellen. Daraufhin kam es zu einem Verwirrspiel, das darin mündete, den oben erwähnten Antrag zu stellen. Inwiefern der CDU-Politiker Weber mit der Absicht, die Bank zu kaufen und in seinen Garten zu stellen und andere Vorstellungen, die Bank höchstbietend zu versteigern oder dem Stadtmuseum zu überantworten ein Rolle dabei gespielt haben, den OB von kategorischer Ablehnung „nur über meine Leiche“ zu „dann stellen Sie doch einen Prüfantrag…“ umzustimmen, kann uns egal sein.

Der Prüfantrag steht. Die positive Berichterstattung der Rheinpfalz spricht Bände und Medienanfragen u.a. von der SWR-Landesschau sind Ausdruck der Popularität unserer „Bank für Alle“ – genauso wie die große Anzahl von Leser*innenbriefen, die bei der RP-Lokalredaktion zu diesem Thema eingegangen sind. (Danke dafür, auf diesem Weg 🙂)

Wir haben schon bei der Installation der Bank und auch danach mehrfach unsere Kooperationsbereitschaft im Bezug auf Pflege, Reparatur und eventuelle Nachbesserungen an der Bank bekundet und werden der Stadtbildpflege, sofern es gewollt wird, mit Rat und Tat zur Seite stehen, um die „Bank für Alle“ nächstes Jahr am gewohnten Platz wieder aufzustellen.

Was die Rheinpfalz schreibt (von Hans-Joachim Redzimski, 17.12.2019)

Geheimakte „Rundbank“

Offener Brief an den Stadtvorstand – Wir wollen das Gutachten sehen

Die Bürger*inneninitiative „Stadt für alle“ will sich von der Stadtverwaltung Kaiserslautern nicht mehr länger hinhalten lassen. Seit dem 4. November wissen wir eher zufälligerweise, dass die „Bank für alle“, die wir 29./30. März rund um die Platane vor der Adler-Apotheke installiert haben, nach dem Weihnachtsmarkt nicht wieder aufgestellt werden soll. Das widerspricht den Abmachungen zwischen der BI und Bürgermeisterin Beate Kimmel. In einem Brief vom 27.09.2019, mit dem die Bank als Geschenk der BI in das Eigentum der Stadt überging, hat sich die Stadtverwaltung verpflichtet, die Rundbank vor dem Weihnachtsmarkt ab- und danach wieder aufzubauen. Nach dem Motto „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“ hat die Bürgermeisterin am 4. November 2019 bei der offiziellen Schenkungsübergabe – abseits der Öffentlichkeit! – erklärt, dass die Bank nach dem Weihnachtsmarkt nicht wieder aufgebaut werde. Zum Sicherheitsaspekt der Bank gab es in der ersten Aprilwoche ein Gespräch mit dem Sicherheitsbeauftragten der Stadt, Referatsleiter Konrad Schmitt, in dem Nachbesserungen besprochen worden waren. Von Beginn an hatten wir zugesichert alle künftigen Nachbesserungen vorzunehmen. Von April bis Anfang Mai haben wir mehrfach im Vorzimmer der Bürgermeisterin nach einer Auflistung der Nachbesserungen gefragt, um sie abarbeiten zu können. Am 13. August haben wir in einem Gespräch mit der Leitenden Baudirektorin Elke Franzreb und Beate Kimmel erneut nachgefragt. Geantwortet wurde uns, die Aufstellung sei noch nicht abgeschlossen! „Erst nach den Ereignissen am 04. November 2019 erfuhren wir, dass es ein Gutachten gibt wonach die o. a. Bank nicht verkehrssicher sei.“ Da wir nie zuvor eine Antwort auf unsere Bemühungen zu Nachbesserungen erhalten hatten, bitten wir den Stadtvorstand in dem beiliegenden Schreiben offiziell und schriftlich um Zusendung oder Einsichtnahme in das Gutachten. Wir sind der Meinung, dass dieses Gutachten keine Geheimakte ist, die vor den BürgerInnen dieser Stadt verheimlicht werden muss. Im Gegenteil! Das Gutachten muss – nicht nur im Sinne des Landestransparenzgesetzes, sondern auch im Sinne der Steuerzahler*innen – öffentlich gemacht werden.

Offener Brief an den Stadtvorstand (Privatadresse geschwärzt)

Was die Rheinpfalz schreibt: „Bank für alle“ vor der Stiftskirche kommt nicht wieder

Ausgerechnet Bürgermeisterin Beate Kimmel hat sich verrannt. Sie ist angetreten mit dem Anspruch, mehr Bürgernähe an den Tag zu legen, will eine Politikerin der Herzen sein, die für alle ein offenes Ohr hat. Doch jetzt ist sie über eine Bank gestolpert. (von Claudia Schneider)

weiterlesen: https://www.rheinpfalz.de/lokal/kaiserslautern/artikel/kaiserslautern-wirrwarr-um-die-bank-fuer-alle-vor-der-stiftskirche/

Wir werden niemanden davon abhalten zu diesem Artikel Leser*innenbriefe zu schreiben 😉

Bank für Alle der Stadt übergeben

Öffentliche Übergabe der Bank an Bürgermeisterin Beate Kimmel mit Misstönen | Dokumentation des Inibeitrags zur Bankgeschichte u. Stadtmöblierung

Mit großem Bahnhof wurde am Montag, dem 4.November unsere Bank für Alle an die Stadt übergeben. Voraus gingen diesem Schritt Verhandlungen mit der Stadtverwaltung, die uns letztendlich zusagte die Bank, trotz Abbau wegen der Platzbespielung durch den Weihnachtsmarkt erhalten zu wollen. Nach Ende des Marktes soll die Bank rückinstalliert werden, bis ein adäquater langlebiger Ersatz gefunden ist. Dies wurde schlussendlich von beiden Seiten als Erfolg gesehen. Dementsprechend feierlich verlief auch dieser Übergabetermin, dem mehrere Verantwortliche der Stadtverwaltung und einige andere Menschen, denen die menschenfreundliche Gestaltung der Stadt am Herzen liegt teilgenommen haben.

Für Irritationen sorgte im Nachgang aber, die an Mitglieder der Ini gerichtete Ankündigung von Bürgermeisterin Kimmel, dass es starke Bemühungen von Seiten der Stadtverwaltung gibt schon Anfang nächsten Jahres unsere Bank für Alle durch eine andere Lösung zu ersetzen.

Ein solches Vorgehen stößt bei uns auf befremden, da ein stadtgestalterischer Schnellschuss zu erwarten ist, der sich negativ auf die weitere Stadtmöblierung auswirkt (Corporate Design) und die von unserer Seite vorgeschlagene Vorgehensweise negiert. Wir stehen dafür Expert*innen in Bezug auf Stadtgestaltung und die Bürger*innen, die sich noch während unseres Stadtspaziergangs interessiert und in großer Zahl eingebracht haben, an der Ausgestaltung der Innenstadt mit einer lebendigen und konzeptionell durchdachten Stadtmöblierung einzubeziehen, anstatt den Bürger*innen von Oben Lösungen vorzugeben. Dafür werden wir uns auch weiter einsetzen.

Rheinpfalz-Artikel vom 5.11.2019

Die Bank und die Liebe

Rede bei der offiziellen Bankübergabe an Frau Bürgermeisterin Kimmel (im Auftrag der Bürger)

Die Initiative „Stadt für alle“ hat am 30. März 2019 den Bürgern von Kaiserslautern eine große, runde Bank geschenkt. Warum? Wem macht man so ein schönes Geschenk? Jemandem, den man gerne hat, man kann also sagen, wir von der Initiative lieben unsere Mitbürger, lieben unsere Stadt.

Liebe ist der Schwerpunkt dieser Rede, hier vor der wunderbaren Kulisse der Stiftskirche passend, denn Liebe ist der Schlüsselbegriff zum Verständnis der christlichen Religion. Liebe muss ein zentraler Begriff in allen Religionen sein, denn sie umfasst Toleranz, Kommunikation, Vertrauen – und vieles mehr. Wir haben eine „Bank für alle“ entworfen, mit viel Liebe und auch Liebe zum Detail. Wir hatten im vergangenen Sommer wunderbare Erlebnisse an der Bank, man lernt dort leicht andere Menschen kennen, kommt ins Gespräch, macht Scherze, isst ein Eis … Und es gab eine kleine Aktion „Zeitunglesen auf der Bank“, denn wir brauchen mehr Flaneure, mehr Urbanisten und Stadtliebhaber. Die auch mal einen Samstagnachmittag verbummeln, „ich ging in der Stadt so für mich hin, und nichts zu suchen, das war mein Sinn.“ Bei dieser Aktion „Zeitunglesen“ kam es zu einer denkwürdigen Szene. Ein Bewohner kam zur Bank, er hatte sogar vorbereitet, was er sagen wollte: „Vieles in Kaiserslautern wirkt so lieblos!“

Dagegen wollten wir etwas unternehmen. Man kann sich fragen, warum niemand schon viel früher auf die Idee gekommen ist, hier eine Bank aufzustellen. Denn dieser Platz ist einer der schönsten der Stadt. Was fehlt hier? Sitzgelegenheiten! Und das schon seit vielen Jahren. Da sollten wir uns alle an die eigene Nase fassen. Sooo schwer wäre das nicht gewesen. Wir haben eben alle einen gemeinsamen Feind: Die Macht der Gewohnheit! Dagegen sollten wir kämpfen, mit viel Liebe und viel Fantasie.

Dieser schöne Platz hat noch nicht einmal einen Namen! Jeder Katze und jeder Hund hat einen Namen; wenn man jemanden besonders gerne mag, gibt man ihm sogar einen Spitznamen, zum Beispiel wird der Theodor-Heuss-Platz in Berlin „Theo“ genannt, der Leopoldplatz – ja, richtig – „Leo“! In Kaiserslautern: Wladirockstock – Wladi. Glockencafé – Glocken, Carla Ohio – Carla. Von liebevollen Spitznamen sind wir hier bei unserer Bank noch weit entfernt, denn dieser Ort ist wie gesagt noch namenlos. Man könnte einen Ideenwettbewerb in der Rheinpfalz veranstalten, das gab es schon einmal in den 1970er Jahren beim Martinsplatz. Wie sollen wir diesen Platz nennen, was meint ihr?

Mit einem Stadtplaner bin ich unsere Stadtachse entlang gegangen, wir haben darüber geredet, welche Materialien passend wären. Er meinte: „Vieles hier in Kaiserslautern wirkt so kalt und grau, da wäre Holz genau das richtige.“ Also kein kalter Stahl, körperfeindlich, sondern warmes Holz, natürlich und liebevoll. Das soll aber kein Dogma sein, für den Rathausplatz zum Beispiel könnten kreative Plastikmöbel, evtl. mit Wasser befüllbar, genau das richtige sein.

Je nachdem, dem Charakter des Platzes entsprechend, wie Peter Ott immer betont. Da haben wir eine wichtige Voraussetzung für die Liebe: Empathie. Wir sollten versuchen, ganz sensibel in die Plätze hineinzuhorchen, man kann ihnen ablauschen, was das Beste für sie wäre, man muss nur genau zuhören. Zwei Ohren brauchen wir, als Initiative „Stadt für alle“. Einmal das für die Orte, Plätze, Wege und Stadträume. Da gibt es auch Objektivität, da ist nicht alles Geschmackssache, da gibt es die Feinmotorik eines Platzes, wie er funktioniert und lebt, wie ein Organismus; zum Glück haben wir gute Kontakte zur TU und zur Hochschule, dort weiß man viel über Stadtplanung. Das andere, zweite Ohr, ist mindestens genauso wichtig, das leihen wir den Bürgern. Beim Stadtspaziergang haben die Besucher bewiesen, dass sie sehr sensibel beobachten, das haben wir alles sorgfältig notiert. Die Bewohner dieser Stadt gehen mit offenen Augen auch durch andere Städte, herrlich war da die Veröffentlichung in der Rheinpfalz: Eine ganze Seite mit fantasievollen Bänken aus aller Welt.

Es läuft super für unsere Initiative, um so wichtiger ist es, auf dem Teppich zu bleiben, Bescheidenheit ist gefragt, ja sogar Demut. Demütig vor den fantastischen Bauten, von denen dieser ganz zentrale Ort geprägt wird. Zum einen der Eckbau mit dem herrlichen, markanten Erker, hier machen viel Bürger eine Kurve, biegen ab zum Schillerplatz oder umgekehrt, der Erker nimmt diese Bewegung auf und stellt sie dar. Nach demselben Prinzip funktioniert die „Hannenfaßlounge“, sie schwingt vom Martinsplatz heraus auf die Spittelstraße. Beherrscht wird dieser Platz hier, natürlich, von der Stiftskirche. Schon seit rund 500 Jahren prägt sie diesen Platz, ja sie prägt die ganze Stadt, davor verneigen wir uns. Dieser wundervolle Buntsandstein, der auch Wärme ausstrahlt und Liebe! Gegen die Stiftskirche sind wir mit unserer Bank nur ein ganz kleines Licht; wir haben nur ermöglicht, dass man dieses zentrale Bauwerk in Ruhe und ohne Konsumzwang anschauen kann, mehr nicht.

Die vielen Besucher beim Stadtspaziergang, über hundert Menschen, warum sind die gekommen? Natürlich aus Interesse, aber auch, weil sie sich mehr Sitzgelegenheiten erhoffen. Wir wohnen hier in einer großen Wohngemeinschaft, die Plätze (bzw. Räume) auf der Stadtachse gehören uns. Nur stehen seltsamerweise einige Zimmer in unserer WG leer, sind ohne Möblierung. Zum Beispiel der Stockhausplatz, und auch der Musikerplatz. Warum? Viele Bürger haben resigniert, oder begreifen diese Orte nicht als die ihrigen. Sie konnten noch keine Liebesbeziehung zu der Stadtachse aufbauen, doch das ändert sich momentan, mit der Bank haben wir einen Stein ins Wasser geworfen, der nun Kreise zieht, die Bank strahlt aus.Wir haben von der Bank aus in beide Richtungen gedacht, zum Kaiserbrunnen hin, der einen wirkungsvollen Schlussakkord bildet, und in die andere Richtung bis zum Musikerplatz bzw. Stadtpark. Ganz im Sinne von Jan Gehl wurde hier nicht vom Auto aus geplant und gedacht, sondern vom Menschen ausgehend. Fast alle Abschnitte sind Fußgängerzone oder zumindest verkehrsberuhigt. Hier kann der Mensch in Ruhe spazieren und flanieren.

Die Stadtachse könnte man auch als Rückgrat der Stadt bezeichnen, als Spiegelachse, auf der einen Seite Rathaus, Theater und Mall, auf der anderen Seite Bahnhof, Gericht, Einzelhandel, und – das Finanzamt. Diese Achse ist schon vielfach bearbeitet und gestaltet worden, darauf kann man toll aufbauen. Das ist wichtig in einer Stadt die, ähem – pleite ist, da wachsen die Bäume nicht in den Himmel, da sollte man keine utopischen Forderungen stellen und etwas ganz Neues, Teures verlangen. Diese Achse, die Stadtachse, ist eigentlich auch eine Bürgerachse. Und die wollen wir im Januar untersuchen, in einer Bürgerwerkstatt, zu der wir Sie hier schon ganz herzlich einladen wollen, obwohl der genaue Zeitpunkt und die Räumlichkeiten noch nicht feststehen. Das wird ein schöner Abend, es wird Rotwein geben. Wir versuchen ja bei unseren Veranstaltungen immer ein passendes, symbolträchtiges Getränk anzubieten, beim Stadtspaziergang war es ein Schnäpschen, heute haben wir etwas anderes vorbereitet, Orangensaft, als Vitaminstoß für mehr Kreativität und gegen Erkältung im Winter. Bei der Werkstatt soll Rotwein ausgeschenkt werden, weil Rotwein so gemütlich ist, so warm – rubinrot, rot wie die Liebe. In Ruhe, am warmen Ofen wollen wir überlegen, wie wir die Stadtachse aufwerten können. Das ist im Winter doch optimal, da möchte man meistens sowieso nicht draußen sitzen. Und wenn es gut läuft, können schon im April oder Mai neue Sitzgelegenheiten montiert werden, für den Sommer 2020, denn der kommt bestimmt! Für alle Flaneure und Urbanisten, Asphaltcowboys und Großstadtindianer – Bänke für alle, auf der Stadtachse für alle.

All we need is love

Michael Fetzer, BI „Stadt für alle“

Vom Kaiserbrunnen zum Musikerplatz

Bericht vom Stadtspaziergang auf der Stadtachse | 20.Oktober 2019, 15 bis ca. 17 Uhr

An diesem Spaziergang haben ca. 100 Bürgerinnen und Bürger teilgenommen. Von der Stadtverwaltung waren Bürgermeisterin Beate Kimmel und Baudirektorin Elke Franzreb dabei sowie Hanno Scherer als Vorsitzender des Citymanagements; auch einige Stadtratsmitglieder als politische Vertretungen liefen die Strecke ganz oder teilweise mit.

Wir hatten uns eine Zeitbeschränkung von zwei Stunden auferlegt, deshalb wurden entlang der Stadtachse vorrangig die Stadtplätze und in einem beschränkten Maß die verbindenden Straßenabschnitte und Wegkreuzungen über Kfz-Straßen begutachtet.

Ziel des Stadtspaziergangs war es, das Interesse der Bürger*innen zu erfahren und Ideen zu den Plätzen zu sammeln, um unseren Plan einer vertiefenden Betrachtung für eine Veranstaltung „Bürgerwerkstatt“ abschätzen zu können.

Die folgende Beschreibung ist an dem Ablauf des Stadtspaziergangs orientiert, beginnend mit dem Platz „Mainzer Tor“ und endend am Musikerplatz.

Der Start

Mainzer Tor

Der Platz wird durch den „Kaiserbrunnen“ des Bildhauers Gernot Rumpf mit einer fantasievollen historischen Interpretation der Geschichte von Kaiserslautern belebt. Das Mainzer Tor wird damit zu einem besonderen/unverwechselbaren Ort. Zu Beginn des Treffens wurde ausgeführt, dass die Bronzefässer am Brunnen über ein Leitungssystem mit Wein und Bier gespeist werden können und es daher möglich ist, bei Stadtfesten Getränke auszuschenken.

Zur Platzfläche gab es aus gestalterischer Sicht weder eine Kritik noch bedurfte es einer besonderen Hervorhebung. Aus technischer Sicht wurde zu Protokoll gegeben, das Pflaster um den Brunnen auf das Niveau des Einlaufrostes anzuheben, sodass das überlaufende Wasser der Brunnenspeisung erhalten bleibt und nicht in den Kanal läuft.

Die Sitzmöglichkeiten, die es hier gibt, wurden als ausreichend eingeschätzt. Angeregt wurde jedoch eine zusätzliche Sitzbank entlang des Eckhauses, parallel zur Mannheimer Straße.

Der ungepflegte Zustand der neben den Sitzbänken stehenden Fahrradständer beeinträchtigt das einladende Ambiente. Zur Verbesserung bedürfe es lediglich eines Anstrichs. Weiter wurde angeregt, die künstlerischen Details des Kaiserbrunnens in möglichst vielen Nationalsprachen zu beschreiben.

Abschnitt Steinstraße zwischen Mainzer Tor und Stockhausplatz

Vor den stadteigenen Immobilien „Wadgasserhof“ und Theodor-Zink-Museum sollte jeweils eine Bank an der Gebäudewand bzw. an der Einfriedung aufgestellt werden. Bedauert wurde, dass der Kräutergarten aus versicherungstechnischen Gründen nicht mehr von der Kita gegenüber gepflegt werden darf. Er sieht jetzt verwildert aus. Welche Alternative gibt es?

Stockhausplatz

Stockhausplatz

Die Atmosphäre des Platzes wird von den Teilnehmenden als „trostlos“ bezeichnet. Der Platz werde außer am Altstadtfest und am Kinderaltstadtfest nicht bespielt, sodass eine Belebung mit weiteren Aktivitäten bedacht werden sollte.

Insbesondere wurde der Standort der Brunnenskulptur, die verwaist in einer Ecke steht, kritisiert. Der Brunnen sollte eher in Richtung Platzmitte gerückt werden.

Im gesamten Umfeld des Stockhausplatzes wird ein Mangel an Grün festgestellt. Es bestand Einigkeit, den Platz zur Verstärkung der innerstädtischen Grünfunktion zu nutzen: u. a. mit einer dichten Baumbepflanzung, auch als Obstbaumplantage bzw. als „Urban Gardening“ (essbare Stadt) für die Anwohner.

Die Initiative schlug vor, die Torflügel des Theodor-Zink-Museums tagsüber in den Stockhausplatz hinein zu öffnen. Über diese Symbolfunktion soll ein Besucher des Stockhausplatzes zum Betreten des Museums oder umgekehrt zum Verweilen auf dem Platz angeregt werden. Für das Museum wie auch den Stockhausplatz wäre eine solche Öffnung belebend.

Für den JuZ-Kindergarten soll ein taktiler Barfußpfad eingerichtet werden. Beklagt wurde das Fehlen eines Cafés auf dem Platz.

Da könnte auch noch ne Bank hin | Martinsplatz

Martinsplatz

Dieser Platz wird von vielen Besuchern als der schönste Platz in der Stadt bewertet. Er erhält seine Wirkung durch drei ausgewachsene Kastanienbäume sowie einen Brunnen mit großen Wasserbecken, die um eine zentrale Achse in Etagen angelegt sind; ferner tragen eine ebenfalls zentrale Figurengruppe aus Schwänen und ein wasserspeiender Knabe mit Füllhorn als oberem Abschluss als Blickfang bei.

In Brunnennähe ist der Wasserfall jedoch sehr laut, so dass Unterhaltungen stark beeinträchtigt und ein entspanntes Gespräch erschwert ist. Es wird vorgeschlagen, den Wasserfall mit Pausen und nach einer Probephase in einem abgestimmten Rhythmus zu betreiben. Der so praktizierte Wechsel trägt zur Bereicherung des Platzerlebnisses bei.

Viele Sitzmöglichkeiten gibt es durch die angrenzenden Lokale. Öffentliche Sitzplätze, außer einer Stahlrohrbank, sind Mangelware.

Die Teilnehmer*innen am Stadtrundgang sollten mit bereitgestellten Stühlen eigene, neue Sitzorte auf dem Platz erproben. Erkenntnis dieses „Probesitzens“ sollten die eigene Beobachtung und Erfahrung aus einer Innensicht und Außenbetrachtung sein. Es bildeten sich drei Wunschpositionen aus: 1. entlang der Gebäudewand des Hauses Göbel und 2. diametral dazu mit etwas mehr Abstand zur Gebäudewand bis zum Eingang der Musikschule (mit Blick aus der Spittelstraße) sowie 3. mehrere gebogene Kreissegmente nahe um das Brunnenbecken – sowohl mit Sicht auf den Brunnen als auch umgekehrt auf den Platz. Diese Kreissegmente, so der Bürgerwunsch, sollten aus geschnittenen Sandsteinblöcken erstellt werden.

Weiter wurden mobile und daher flexibel nutzbare Sitzgelegenheiten, u. a. auch bunte Sitzkissen vorgeschlagen, die mit einem Pfandsystem wie bei Einkaufswagen „gemietet“ und dann wieder „geordnet“ zurückgebracht werden könnten.

Kritisiert wurde das Erscheinungsbild des Mini-Fahrradständers vor der Musikschule. Besser wäre es, zwei Fahrradabstellmöglichkeiten an weniger exponierten Stellen zu installieren, etwa seitlich des Zugangs zum Kircheneingang.

So geht Bank | Platz vor der Stiftskirche

Platz vor der Stiftskirche

In diesen Platz münden vier Straßen. Somit erfüllt der Platz eine übergeordnete städtische Funktion als flächiger Verteiler von Fußgängerströmen. Da sich die Platane inklusive der „Bank für alle“ tangential zu den Verkehrsströmen befindet, ist auch ein Freiraum zum ungestörten Verweilen, Ausschau- und Innehalten gegeben. Mit der weiteren Bank an der Adlerapotheke ist die Sitzbanknachfrage nach Meinung der Anwesenden erfüllt.

Die FuZo-Kreuzung

Kreuzung Fackel-, Riesen-, Markt- und Kerststraße

Zur Attraktivierung dieses wichtigen Kreuzungspunktes wurde über einen schlanken Turm bzw. Hochsitz mit Ansichtsplattformen und Sitzmöglichkeiten auf gestaffelten Höhenniveaus (bis max. 3 Meter Höhe) nachgedacht. Die Grundrissmaße sind so zu begrenzen, dass der Fußgängerverkehr wie auch der Platzbedarf für Anlieferungen und Feuerwehrfahrten ungehindert gewährleistet bleiben. Der Fußgängerverkehr soll auch unter den aufgeständerten Aussichtsplattformen durchfließend möglich sein.

Vorstellbar ist ein turmartiges Stützen-, Trägergerüst auf quadratischem Grundriss, dessen Diagonalen mit den vier Straßenachsen deckungsgleich sind und somit die Schnittpunkte der Straßenachsen und der Turmdiagonalen in Übereinstimmung bringen. Aufgrund dieses „auf die Spitze gestellten“ quadratischen Grundrisses erscheint der Turm höher und schlanker. Der weitere Vorteil dieser 45°-Drehung ist der Platzgewinn zu den Eckgebäuden der Blockrandbebauungen. Für den Weihnachtsbaum könnte eine äußerste Ecke des Quadrates genutzt werden.

Marktstraße ab Kreuzung Schneider-/Kerststraße bis zum Platz vor dem Unionkino

Die in diesen Straßenabschnitten stehenden jungen Bäume sind mit Baumschutzringen vor Beschädigungen geschützt. Es bietet sich an, die Ringe mit aufgeschraubten Sitzgelegenheiten in Form von Brettsegmenten zu ergänzen. Sie müssten leicht nach außen abfallend montiert werden, denn die Schutzringe sind mit etwa 70 cm zu hoch zum Sitzen. Aus technischen Gründen müssten die Brettsegmente in Form einer lang gestreckten Linsenform hergestellt werden. Solche leicht nach außen gekippten Sitzflächen sind für ein kurzes entlastendes Steh-Sitzen geeignet. Unsere eigene Vorgabe, mindestens alle 100 Meter eine Sitzmöglichkeit zu bieten, wäre auf diese Art kostengünstig und über das Maß hinaus erfüllt.

Platz vorm Union

Platz vor dem Unionkino

Der kleine Platz wird von einer außermittig stehenden, noch jungen Platane bereits dominant überdeckt. Recht bezugslos steht hier eine Stahlrohrsitzbank. Entsprechend der Platz-Baumkonstellation bietet sich eine Rundbank um die Platane als Sitzgelegenheit und Baumschutz an. Um dem Platz jedoch mit einer Freiraummöblierung ein unverwechselbares Aussehen zu geben, wird vorgeschlagen, mit einer rund geformten Sitzbank (mit Rückenlehne!) die Baumfläche nur teilweise zu umschließen und dann in eine „S“-förmige Gegenbewegung weiterzuführen. Das hätte den Vorteil, dass der Bankbenutzer wählen könnte zwischen einem Schauen in die Fußgängerzone oder einem sich Gegenübersitzen, um zu plaudern. Die weitgehend umschlossene Baumfläche soll bepflanzt werden.

Abträglich in der Reihe der Platzwände ist hier der kürzlich nach § 34 BauGB errichtete Neubau, der sowohl im Erdgeschoss entsprechend der Art der baulichen Nutzung (geschlossene Wandscheiben und Garagentore statt Schaufensterflächen) und in den Obergeschossen entsprechend dem Maß der Nutzung mit Obergeschossen, die den öffentlichen Raum überkragen, widerspricht. Somit werden die Forderungen des § 34 BauGB, ein Bauwerk „in die Eigenart der näheren Umgebung“ einzufügen, grob verletzt. Dieser Webfehler in einer harmonischen Reihe von Gründerzeithäusern und Neubauten ist zudem auch für die ökonomisch angestrebte Belebung der anschließenden Pirmasenser Straße überaus schädlich. Deshalb sollte der Immobilienbesitzer aufgefordert werden, wenigstens im Erdgeschoss für eine Linderung der Zäsur zu sorgen und zumindest Sitzbänke entlang der Fassade aufstellen.

Die Pirmasenser..

Pirmasenser Straße vom Überweg Alleestraße bis zum Eingang Fuzo

Ziel ist es, den Eingangsbereich von der Richard-Wagner-Straße zur Fuzo für eine fußläufige Frequentierung zu optimieren.
Die Richard-Wagner-Straße ist für Reisende, die vom Hauptbahnhof kommen, das Entree sowohl ins Stadtzentrum als auch ab Kreuzung Pirmasenser Straße der Haupteingang in die Fuzo. Dieser Eingang zieht Besucher trotz der großen Skulptur „Die Sitzende“ von Lothar Fischer nur wenig an. Ziel ist, mit einer Freiraummöblierung ein Umlenken der Besucher in die Fuzo zu konzipieren. In Fortsetzung der oben beschriebenen „Endlosbank“ könnte in Höhe der Skulptur mit einer auswärtsschwingenden Bogenform und auf der gegenüberliegenden Straßenseite mit einer einwärtsschwingenden, jedoch nur kurzen Bogenform (quasi als einsaugender Trichter) eine optisch wirksame Leitlinie geschaffen werden.

Hinsetzen, nur wo? | Musikerplatz

Musikerplatz

Die bereits angelegte Gestaltung einer funktionsungebundenen freien Platzfläche anliegend zur Platzmitte sollte beibehalten und demnach eine Freiraummöblierung nur vor den Pflanzbeeten angeordnet werden. Als besonderes Merkmal und damit andersartig als die Plätze der stark frequentierten Fuzo könnten z.B. massive Steinbänke mit Höhenversprung als mehrfunktionale Sitz-, Tisch- und Spielmöglichkeit bzw. auch traditionelle Steinbänke mit Rückenlehnen als optisch massive Randeinfassung verbaut (!) werden. Diese Steinbänke könnten mit Erde hinterfüllt und so die dahinter liegende Grünfläche moduliert werden. Zum Weiteren wurde in der Mitte des Musikerplätzchens bereits vor langer Zeit eine Wasserversorgung installiert, um die dort stehende Metallplastik „Galaktischer Baum“ von Irmgard Elsner als Brunnen mit Wasserspiel zu verschönern. Der Standplatz, derzeit ein Blumenbeet, sollte im Fall eines Wasserspiels in Form einer sanften Mulde ausgebildet werden, um die Merkmale Platzzentrum und Platzzusammenhang, naturnahe Platzbelebung und Zugang zum Wasser erfahrbar zu machen.

Im Fall eines Umbaus der Pirmasenser Straße (ab Eingang Fuzo) zu einer Mischfläche für alle Verkehrsarten (Fuß-, Rad-, Kfz-Verkehr und ÖPNV) bis zur Rudolf-Breitscheid-Straße könnte, wie ursprünglich geplant, der Belag des Musikerplatzes barrierefrei bis an die Blockrandbebauung entlang der Pirmasenser Straße geführt werden. Die zu beiden Straßenrändern vorhandenen historischen Hochbordsteine sollten durch flache Pflasterrinnen ersetzt und so insbesondere die Führung des Kfz-Verkehrs und ÖPNV gewährleisten. Die gußeiserne Pollerreihe zwischen Platz und Straße könnte somit entfallen. Mit der Erweiterung des Platzbelages würde eine großzügige städtebauliche Aufweitung entstehen.

Generelle Punkte

Es wurde gefordert, dass alle Flächen der Bänke und Sitze, die beim Sitzen berührt werden, aus Massivholz gefertigt sowie Bänke mit Rückenlehnen ausgestattet sein sollen.

Im Rahmen der Freiraummöblierung sollen auch Möbel nach Kindermaßen und Spielgeräte bereitgestellt werden.

Barrierefreiheit soll alltagstauglich sein und demnach ohne separierenden Charakter ermöglicht werden.

Weiter wurde vorgeschlagen, in der gesamten Stadt an jedem Abfalleimer einen stabilen und funktionstüchtigen Pfandflaschenbehälter anzubringen, so dass die Pfandflaschensammler die Flaschen nicht mehr aus dem Müll herausfischen müssen.

Kaiserslautern 31. Oktober 2019